Automobilhersteller Volkswagen plant ab Frühjahr 2006 einen Golf mit Pflanzenölmotor zu verkaufen.
Der Golf ist bereits ab Werk auf Pflanzenöltreibstoff umgerüstet und behält daher alle Garantieansprüche wie bei den bisherigen Modellen.
Zur Markteinführung ist dieser zunächst für den niederländischen Markt bestimmt.
AUTO BILD, Ausgabe Nr. 40 vom 7. Oktober 2005, Seite 66 ff
"Billig tanken mit Pflanzenöl", so lautet die Überschrift eines Berichts in der 40. Ausgabe der Auto Bild.
Auf den drei Seiten kann der Leser sehr viele interessante Basics zum Thema finden. So wird beispielsweise eine klare Unterscheidung zwischen Diesel, Bio-Diesel und Pflanzenöl herausgehoben. Neben Berechnungsbeispielen über die mögliche Einsparung beim Fahren mit Raps- oder Speiseöl, sind außerdem hilfreiche Links im Internet zum Thema angegeben.
Wer sich
für einen Umbau seines Autos interessiert, findet hier wertvolle Tipps
zu unterschiedlichen Umbauarten, sowie Kontaktinformationen der renommierten
Umrüster.
Auf keinen
Fall! Pflanzenöl kann nur in Dieselmotoren eingesetzt werden. Für
Ottomotoren wird der Umrüster RMG ab Mitte 2006 einen Umbau auf Bioethanol
anbieten. Manche Pkw-Hersteller wie z.B. Ford haben bereits einige Modelle für
Bioethanol freigegeben.
Mein Fahrzeug ist für Biodiesel freigegeben - dann läuft er doch auch mit Pflanzenöl, oder?
Leider
nicht. Sie sollten auch beim Biodiesel am besten eine Pflanzenölumrüstung
verwenden. Die Beständigkeit bezieht sich in der Regel auf die verwendeten
Dichtungsmaterialien und Schlauchleitungen. Reines Pflanzenöl verursacht
andere Probleme die durch die Freigabe für Bodiesel nicht behoben werden.
Kann ich Diesel und Pflanzenöl mischen?
Ja, Diesel
und Pflanzenöl mischen sich. Es gibt Pflanzenöle bei denen die Mischung
sich ohne Bewegung wieder aufhebt. Diese Eigenschaft wurde bei kaltgepresstem
Pflanzenöl bemerkt. Man sollte immer zuerst Diesel, dann Pflanzenöl
tanken. Diesel ist leichter als Pflanzenöl. Auch Benzin führt zu einer
Verdünnung des Pflanzenöls.
Nein. Pflanzenöl
enthält ebenfalls Fettsäuren wie der Biodiesel. Diese sind jedoch
molekular gebunden und daher nicht agressiv. Sofern die Einspritzpumpen bereits
einen Vorschaden aufweisen, wird die höhere Viskosität des Pflanzenöls
wahrscheinlich schneller zu einem Ausfall führen der aber ohnehin eintritt.
Eine Vorwärmung des Pflanzenöls schont die Einspritzpumpe, da das
Pflanzenöl dünnflüssiger wird.
Die Einspritzdüsen
sind für eine saubere Zerstäubung und vollständige Verbrennung
des Pflanzenöls wichtig. Durch schlechtes Pflanzenöl können beschleunigt
Verkokungen an den Düsen entstehen die das Spritzbild deutlich verschlechtern.
Bei Common Rail Motoren scheinen die Injektoren empfindlicher zu sein als bei
anderen Dieselmodellen - wir raten daher alle 15.000km mittels Additiv über
den Kraftstoff eine Reinigung der Düsen. Bei den neuen Dieselkraftstoffen
der Mineralölkonzerne sind solche Mittel bereits erhalten, die im freien
Zubehör jedoch deutlich günstiger sind. Verschlissene oder defekte
Einspritzdüsen machen sorgen für schlechte Zerstäubung und daher
für unvollständige Verbrennung.
Nein,
nicht wenn Sie die Spielregeln beachten. Die Düsen sollten bei hohem Alter
(ab 250.000 km) ausgetauscht oder aber zumindest regelmäßig gereinigt
werden. Sie sollten nur Pflanzenöl der höchsten Qualität verwenden.
Eine Vorwärmung des Pflanzenöls auf ca. 70 °C ist in jedem Falle
sinnvoll, siehe oben (Einspritzdüsen).
Ja, das
geht schon. Diese Motoren sind aber insgesamt etwas empfindlicher als die alten
Motoren. Schon jetzt aber steht fest: im Mischbetrieb und mit Wärmetauscher
sind Sie sehr gut geeignet. Informieren Sie sich über den Einsatz von Zweitanksystemen
für CDI. Vermutlich wird es in Zukunft zu einer Kombination von Motormanagementmodifikation
und Aufrüstung kommen - vielleicht auch im Eintanksystem!
Auch wenn es schön wäre, so einfach ist das leider nicht. Im Sommer ist zwar das Startverhalten besser als im Winter, aber die typischen Probleme tauchen dennoch auf, da Sie sich im Temperaturbereich von über 350 °C abspielen. Da macht die Differenz Sommer-Winter nicht viel aus. Wie gesagt, leider!
Pflanzenöl hat deutlich bessere Schmiereigenschaften als Diesel obwohl kein Schwefel im Pflanzenöl enthalten ist. Es gibt sogar Motoröle auf Pflanzenölbasis.
Schäden an der Abgasanlage sind im Zusammenhang mit Pflanzenöl nur dann bekannt, wenn der Motor aufgrund technischer Defekte oder falscher Einstellung nicht sauber verbrennt. Spezifische Probleme mit dem Katalysator sind nicht bekannt - im Gegenteil: Pflanzenöl enthält keinen Schwefel was sich für die Lebensdauer des Katalysators positiv auswirken kann.
Obwohl
bei der Verwendung von Rapsöl als Treibstoff im Regelfall deutlich weniger
Schadstoffe ausgestoßen werden, führt dies nicht zu einer günstigeren
Einstufung bei der Kfz-Steuer. Denn auf Rapsöl umgerüstete Dieselfahrzeuge
können auch nach dem Umbau weiterhin mit Diesel betankt werden.
Ja, gerade Lkw´s und Omnibusse eignen sich sehr für die Umrüstung auf Pflanzenöl. Dies ist im vorhandenen Platzangebot für einen zweiten Kraftstofftank, im Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge und der relativ langen und zusammenhängenden Nutzungszeiten begründet. Durch die Umrüstung eines Lkws oder eines Busses kann z.B. bei einer jährlichen Laufleistung von ca. 120 Tkm bis zu 15.000,00 EUR pro Jahr eingespart werden!
Generell
kann jedes pflanzliche Öl verwendet werden. Besonders geeignet ist Rapsöl,
Jedoch auch Soja-, Sonnenblumen- oder Leindotteröl können als Kraftstoff
genutzt werden.
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